Wenn du als Arzt oder Sanitäter im Rettungseinsatz zu einem Amoklauf oder einem Terrorschauplatz gerufen wirst, gibt es nur 3 Verletzungsarten, die du jetzt behandeln können musst. Welche das sind, erfährst du in diesem Beitrag.

Der Rettungseinsatz bei einem Amoklauf oder einem Terroranschlag unterscheidet sich maßgeblich von einem normalen Unfalleinsatz. Wie du als Arzt oder Sanitäter im Rettungsdienst dabei richtig vorgehst, kannst du im unserem Beitrag „Einsatz bei Terror und Amok: So gehst du als Arzt oder Sani richtig vor“ nachlesen. In diesem Beitrag geht es nicht um die taktische Medizin an sich, sondern um dein Handwerk: Mit welchen Verletzungen wirst du in einem solchen Einsatz konfrontiert?

Bereite dich auf diese 3 Verletzungen vor

„Die Verletzungen, woran Opfer eines Terroranschlag oder eines Amokläufers sterben, könnnen wir aus den Einsatzstatistiken klar ablesen“, sagt Markus Neuberger, Mitglied der Tactical Rescue and Emergency Association.

Es handelt sich dabei um:

  • massive Blutungen
  • verlegte Atemwege
  • Spannungspneumothorax

„Als Rettungssanitäter in einem solchen Einsatz muss ich genau das schnell behandeln können“, erklärt der Reservestabsoffizier im Sanitätsdienst der deutschen Bundeswehr.

Drei Handlungsanweisungen für den Fall der Fälle

Aus diesen Verletzungsbildern ergeben sich drei gezielte Handlungsanweisungen, die du im Einsatz als erstes durchführen musst. Denn im Falle eines Amoklaufs oder eines Terroranschlags hast du nicht viel Zeit. Die Gefahr, dass noch etwas passiert, ist zu groß.

Gefahr am gleichen Ort zu groß? Wie kann das sein?

Was sich im ersten Moment unlogisch anhört, ist jedoch Realität bei genau solchen Einsätzen: „Bei einem Terroranschlag gibt es die Gefahr des Second Hits“, weiß Neuberger.

Und diese Taktik der Terroristen zielt oft sogar darauf ab, direkt die Rettungskräfte zu treffen. Dies geschah so bei einem Lkw-Anschlag im Nahen Osten. Nachdem der Lkw in eine Menschenmenge raste, warteten die Attentäter bis Rettungskräfte am Tatort eintrafen. Als die Ärzte und Sanitäter die Verwundeten zu versorgen begannen, startete Teil zwei des Attentats: Sie zündeten eine Bombe, die sie auf der Ladefläche des Lkw deponiert hatten. So kamen noch mehr Menschen ums Leben.

Auch bei einem Amoklauf gibt es eine Gefahr auf dem zweiten Weg. Verlässt der Täter im Zuge seiner Amokfahrt oder seines Amoklaufs einen Ort, kann es sein, dass er nochmals an die gleiche Stelle zurückkehrt. Schließlich bleiben diese Täter für die Dauer Ihres Laufs oder Ihrer Fahrt in Bewegung. Ärzte und Sanitäter sollten sich dann bereits wieder in einer sicheren Zone aufhalten.

Wie solltest du nun vorgehen?

Dein Handeln beschränkt sich deshalb im Idealfall auf 3 Schritte, die du möglichst schnell ausführen solltest!

Schritt 1: Blutungen stillen

Massive Blutungen sind die häufigste Todesursache. Achte darauf, diese so schnell wie möglich zu stillen.

Schritt 2: Atemwege sichern

Atmet dein Patient? Wenn nein, ist die Chance bei einem Terroranschlag groß, dass seine Atemwege blockiert sind. Sichere so schnell wie möglich die Atemwege!

Schritt 3: Evakuiere dich und deinen Patienten

Wenn du Schritt 1 und Schritt 2 abgeschlossen hast, ist vor Ort keine Zeit mehr für etwas Anderes. Du musst mit deinem Patienten aus der Gefahrenzone – so schnell wie möglich! Dafür arbeitest du am besten eng mit Polizei oder Militär zusammen, denn diese Profis wissen, wo ihr sicher seid. In der sicheren Zone kannst du dich dann weiter um deinen Patienten kümmern.

Kannst du solche Einsätze trainieren?

Jetzt die gute Nachricht: Ja, du kannst. Denn in Zusammenarbeit mit der Hamburger Akademie für Notfallmedizin haben wir das geballte Wissen über taktische Medizin nach Tirol geholt. Erfahrene Trainer, die jeden Tag in ernsten Einsätzen stehen, bringen dir beim Taktischen Medizin Symposium, genau dieses Verhalten unter diesen Extremsituationen bei.

Dank unseres High-Tech-Simulators können wir möglichst reale Ernstfälle simulieren. Die Profis der Sondereinsatzteams (Polizei und Militär) leiten uns dabei an und du kannst dich voll auf dein Training konzentrieren. Dabei achten wir darauf, dass du dich möglichst lebensnah auf solche Vorfälle vorbereiten kannst. Im Debriefing siehst du auf HD-Video und mit Hilfe von High-End Tontechnik, jeden Fehler und lernst diesen unter Anleitung der Trainer künftig zu vermeiden.

Willst du deine Fähigkeiten für den Ernstfall trainieren und auf Amok- & Terrorsituationen im Einsatz vorbereitet sein? Dann informiere dich hier über die Kurstermine und sichere dir deinen Platz: https://simulationtirol.com/mediziner/taktische-medizin/

Ja, ich will mich auf Gefahren im Einsatz vorbereiten!

Foto: © llhedgehogll – fotolia.com