…und wie du als Arzt richtig reagierst.

1,6 medizinische Notfälle hat im Durchschnitt jeder Zahnarzt im DACH-Raum pro Jahr. Allergische Reaktionen, Herzinfarkt und Erstickungsvorfälle führen die Liste der Zwischenfälle an. In diesem Beitrag erfährst du, wie du als Arzt bei diesen 3 Szenarios guidelinekonform vorgehst.

Notfall Nummer 1: Lokalanästhetika Intoxikation – der Patient reagiert allergisch auf verabreichte Schmerzmittel

Was ist passiert?

Du hast dieses Lokalanästhetikum vermutlich schon 10.000 Mal verabreicht. Noch nie ist etwas schiefgelaufen. Und auch dieses Mal hast du nichts falsch gemacht. Dennoch: Dein Patient ringt nach Luft und innerhalb weniger Minuten kämpfst du gegen seinen Erstickungstod.

Die Anzeichen einer lebensbedrohlichen lokalanästetischen Intoxikation sind immer die gleichen: Die Reaktion tritt plötzlich und unerwartet auf. Der Patient hat innerhalb kürzester Zeit schwere Luftnot und verspürt einen Juckreiz.

Die Gefahr, dass er erstickt, ist maximal akut. Das kann innerhalb von 2 Minuten passieren. Der Kehlkopf schwillt stark an und der Patient erleidet einen massiven Blutdruckabfall.

Was ist zu tun?

Wichtig ist: Jetzt ist keine Zeit zu denken, jetzt musst du handeln! Hier ist deine Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  • Schritt 1: Adrenalin intramuskulär verabreichen (am besten und einfachsten geht das mit einem EpiPen. Damit stichst du sogar durch Kleidung einfach durch).
  • Schritt 2: Rettungskette aktivieren
  • Schritt 3: Jetzt musst du dein Team richtig führen. Erteile die Befehle, die notwendig sind, damit jeder seinen Job bestmöglich erfüllt. Dass der Patient diesen Vorfall unbeschadet übersteht, liegt in deinen Händen!
  • Schritt 4: Basic Life Support einleiten. Sobald der Patient zu atmen aufhört, musst du mit einer hocheffektiven Herzdruckmassage beginnen. Sein Hirn muss durchblutet und mit Sauerstoff versorgt werden, andernfalls können gravierende Schäden zurückbleiben.

Deine Konzentration bei einem solchen Notfall sollte darauf liegen, so lange durchzuhalten, bis der Kollege von der Intensivmedizin kommt. Dann hast du als Zahnarzt alles richtig gemacht.

Notfall Nummer 2: Panik-Attacke mit Herzinfarkt beim älteren Patienten

Gerade vor Zahnärzten ist Angst bei den Patienten weit verbreitet. Ob das gerechtfertigt ist oder nicht, auf das Glatteis dieser Diskussion will ich mich nicht begeben. Ich will dir lieber vor Augen führen, welches Horrorszenario in Form eines medizinischen Notfalls bei dir sprichwörtlich in die Praxis hineinspazieren kann und wie du am besten damit umgehst…

Besonders gefährdet in unserem Notfallszenario sind ältere Männer, die eventuell schon herzkrank sind und vielleicht sogar noch hohen Blutdruck haben. Kommt dann noch Angst vor dem Zahnarzt hinzu, sind alle Bedingungen für einen Kampf um Leben und Tod im Zahnarztstuhl gegeben. Du als Zahnarzt kannst gar nichts dafür, du kannst dich nur auf solche Notfälle vorbereiten.

Was ist passiert?

Der herzkranke Arztpatient mit Bluthochdruck hat schlecht geschlafen und kommt bereits nervös in die Praxis. Im Warteraum steigert er sich innerlich immer mehr in seine Angst hinein. Im Stuhl angekommen klagt er über Brustschmerzen und wird plötzlich bewusstlos.

Dein Patient erleidet gerade einen Herzinfarkt. Es besteht akute Lebensgefahr, in wenigen Minuten kann es zum Herzstillstand kommen.

Was ist zu tun?

Heimlich Handgriff im Zahnarztnotfallkurs

  • Schritt 1: Beruhigen beim ersten Anzeichen: Solltest du deinen Patienten noch ansprechbar zu Gesicht bekommen (z.B. bei der Klage über Brustschmerzen), musst du sofort versuchen ihn zu beruhigen. In dieser Phase kannst du noch am meisten retten. Dann ist die Übergabe an den Notarzt unproblematisch und dein Patient kann es meist gut überstehen.
  • Schritt 2: Verliert der Patient das Bewusstsein und hört zu atmen auf, musst du den Basic Life Support einleiten. Das heißt: Du musst jetzt eine hocheffektive Herdruckmassage starten.
  • Schritt 3: Du brauchst so schnell wie möglich deinen Defibrillator und musst ihn einsetzen. Jede Sekunde zählt.
  • Schritt 4: Die Rettungskette aktivieren

Bei Herzinfarktpatienten ist schnelles Handeln von dir und deinem Team gefragt. Wenn du notfallmedizinisch hochwertig arbeitest, kann der Patient sogar einen Spontankreislauf wiedererlangen. In der Klinik setzt man ihm dann einen Stent oder entfernt nur das Gerinnsel und er übersteht alles ohne Hirnschaden.

Notfall Nummer 3: Ein Kind verschluckt eine Abstopfung und der Atemweg ist blockiert

Gerade in diesem Notfallszenario ist der Druck auf Zahnärzte groß, da es sich um ein Kind handelt. Zudem ist die Zeitspanne für die richtige Reaktion bei Kindern deutlich geringer. In einem solchen Fall, kann das Kind innerhalb von 2 Minuten an der Abstopfung ersticken.

Was ist zu tun?

  • Schritt 1: Du musst den Fremdkörper guidelinekonform mobilisieren. Das heißt: Das Kind umdrehen, ihm 5 Schläge auf den Rücken geben und dann den Heimlich-Handgriff anwenden.

Wichtig: Auf keinen Fall darfst du mit den Fingern nach dem verschluckten Fremdkörper greifen und versuchen ihn rauszuziehen. In den meisten Fällen schiebst du ihn nur tiefer hinein und bekommst nach deinem Rettungsversuch noch Stress vor Gericht, weil du es als Arzt hättest besser wissen müssen!

  • Schritt 2: Nach dem Heimlich-Manöver fällt der Fremdkörper im Idealfall wieder aus deinem kleinen Patienten heraus. Passiert das nicht, musst du die Rettungskette aktivieren.
  • Schritt 3: Im schlimmsten Fall musst du auch Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten und durchhalten, bis der Notarzt eintrifft.

Auch wenn du bei der Mund-zu-Mund-Beatmung keine Luft in das Kind hineinbekommst, musst du weitermachen. Mit der Herzmassage kann das Blut im Körper zirkulieren und so das Hirn mit Sauerstoff versorgen. Dadurch kannst du im Ernstfall schlimme Hirnschäden verhindern.

Wissen ist gut, trainieren ist besser

Zusammen mit dem Samariterbund Tirol bieten wir von Simulation.Tirol im Herbst notfallmedizinische Schulungen für Zahnärzte und deren Teams an. Dabei können du und deine KollegInnen die Basic Life Support Maßnahmen bis zur Perfektion am High-Tech-Simulator trainieren, Fehler selbst im HD-Videodebriefing sehen und noch besser werden.

Unser High-Tech-Simulator stellt die Notfallszenarien lebensecht nach. Er atmet, spricht, läuft blau an und reagiert wie ein echter Mensch auf deine Maßnahmen, deine Medikationen und deine Reaktionen. Du und dein Team lernen somit unter realen Bedingungen.

Eine notfallmedizinische Fortbildung bringt dir und deinen MitarbeiterInnen ein deutlich besseres Sicherheitsgefühl. Zudem schützt es dich und dein Team im Ernstfall vor schlechter Nachrede, weil jeder sieht, spürt und merkt, dass du in Notfällen dein Bestes gibst und dich auch seriös darauf vorbereitet hast.

Falls du Interesse hast, kannst du dich hier für unseren Zahnarzt-Notfallkurs anmelden: Hier klicken!

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