Als Arzt, Krankenschwester oder Sanitäter bist du bei einem medizinischen Notfall sofort gefordert. Die Herzdruckmassage ist bei der Todesursache Nummer 1 (Herzversagen) das wichtigste Mittel. Guidelinekonform können das aber nur die Wenigsten. In diesem Beitrag bereiten wir dir die 4 wichtigsten Eckpunkte auf. Damit kannst du dein Wissen perfekt auffrischen!

Vor Punkt 1 der Herzdruckmassage: Wann startest du damit?

Die international als State-of-the-Art anerkannten AHA-Guidelines 2015 haben sich hierzu in den letzten Jahren verändert: Du startest, sobald du glaubst, dass dein Patient nicht mehr atmet. Früher musstest du noch den Puls kontrollieren und prüfen, ob dein Patient einen Herzschlag hat.

Heute heißt es guidelinkonform ganz klar: Wenn dein Patient nicht mehr atmet, dann gilt er für dich als pulslos und du musst mit der Herzmassage beginnen.

Im Zweifel für die Herzdruckmassage

Das gilt übrigens auch, wenn nur du es glaubst. Selbst wenn ein anderer meint, euer Patient würde noch atmen, musst du starten. Die Grundregel lautet: „Im Zweifel immer mit der Herzdruckmassage beginnen“.

Der Grund dafür ist einfach: Startest du nicht und das Herz schlägt nicht mehr, ist die Katastrophe schnell perfekt. Startest du, obwohl das Herz noch schlägt, so richtest du Studien zufolge nicht allzu viel Schaden an.

Soviel zur Vorbereitung bzw. zu deiner Entscheidungsgrundlage. Hier soll es aber nun darum gehen, wie du die Herzmassage richtig durchführst.

Punkt 1: Push fast – das hat noch niemand beim 1. Mal richtig gemacht

„Push fast“ bedeutet zwischen 100 und 120 Mal drücken pro Minute. Das bedeutet zwei Mal drücken pro Sekunde. Das ist ganz schön schnell. So schnell, dass wir bei mehr als 580 TeilnehmerInnen unserer notfallmedizinischen Kurse noch nie jemand dabei hatten, der oder die das von Anfang an richtig gemacht hatten. Kein langjähriger Notarzt, keine Intensivmedizinerin, keine erfahrene Schwester… noch niemand.

Selbst Vollprofis kommen am Anfang bei unserem Simulator nur auf durchschnittlich 70-90 Mal drücken pro Minute. Beim zweiten Mal sind diese besser und beim 3. und 4. Mal machen sie es gut. Nach mehr als 6 Szenarios an unserem Notfallsimulator, kennen alle Trainingsteilnehmer den richtigen Rhythmus.

Daher lautet unser Tipp ganz klar: Trainiere die Frequenz einer Herzdruckmassage. Am besten trainierst du sie an einem Simulator, der sie genau misst. Wir würden uns natürlich freuen, wenn du das bei uns machst. Wenn du das woanders machst, ist es auch gut. Wir haben unser Ziel schon damit erreicht, dir die Notwendigkeit eines solchen Trainings vor Augen zu führen.

Punkt 2: Push hard – so hart, dass du dem Patienten die Rippen brichst

Das mag jetzt martialisch und reißerisch klingen, aber leider ist es das Richtige, wenn du deinem Patienten die besten Überlebenschancen schenken willst. Einer der häufigsten Fehler bei Herzdruckmassagen ist es, nicht tief genug zu drücken.

5 bis 6 cm solltest du nach AHA-Guidelines das Brustbein deines Patienten hinunterdrücken. Das ist richtig tief. Es entspricht ungefähr der Höhe eines Tennisballs.

Dabei brichst du deinem Patienten mit großer Wahrscheinlichkeit die Rippen, wenn dein Patient bereits erwachsen ist. Das ist zwar nicht schön, aber du schenkts ihm damit Prozentpunkte für seine Überlebenschance. Nur bei Kindern sind die Knochen in der Regel noch so elastisch, dass die Rippen nicht brechen.

Falls du dich nicht traust… vielleicht hilft dir das

Eine gute Herzdruckmassage läuft in der Regel so ab. Es knackt ca. 10 Mal, danach hört es auf und die Massage wird leichter. Was sich seltsam anfühlt, ist aber gut für deinen Patienten. Wenn er überlebt, so leidert er vermutlich mehrere Monate an Schmerzen, ABER: Er hat zumindest überlebt…

Ich persönlich habe in meinen Diensten als Notarzt und Intensivmediziner bereits mehrere Dutzend Personen die Rippen gebrochen. Das ist wirklich normal, wenn du für deine Patienten dein Bestmögliches tun willst, dann „pusht du hard“. Vielleicht hilft dir diese Erzählung in deiner eigenen praktischen Ausübung weiter.

Punkt 3: Sorge für eine harte Unterlage

Deinem Patienten versagt der Kreislauf und er liegt im Bett. Was sich auf dem ersten Blick für Außenstehende praktisch anhören mag, ist alles andere als gut. Du musst deinen Patienten sofort auf einen harten Untergrund (z.B.: Boden) befördern.

Nur auf einem harten Untergrund kannst du genügend Druck für deine Herzmassage aufbauen. Im Bett federt der ganze Körper mit und du bekommst die notwendige Tiefe nicht zustande.

Punkt 4: Unterbrechungen nur für den „Defi“

Achte darauf, dass die Herzdruckmassage für deinen Patienten möglichst unterbrechungsfrei abläuft. Sie ist das Wichtigste Mittel im Sichern seiner Überlebenschancen. Selbst die Pads für den Defibrillator, den du so schnell wie möglich zum Einsatz bringen solltest, sollen während der Herzdruckmassage (wenn du zu zweit bist) angebracht werden.

Damit die Massage auf einem hohen Niveau – mit der richtigen Geschwindigkeit und Kraft  – durchgeführt und lange aufrecht erhalten wird, solltest du dich mit dem Beatmen und Drücken spätestens alle 2 Minuten abwechseln.

Studien zeigen, dass selbst extrem durchtrainierte Personen nach ca. 1:30 Minuten bei Druck und Freuquenz stark nachlassen und diese nicht mehr guidelinekonform aufrechterhalten können.

Die ideale Abfolge bei der Herzdruckmassage besteht aus 30 Mal drücken und danach 2 Mal beatmen. In der Fachsprache der Notfallmedizin nennen wir das Basic Life Support.

Fazit

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesen 4 Eckpunkten weiterhelfen und vielleicht deine notfallmedizinischen Kenntnisse wieder guidelinekonform auffrischen. Wir halten uns bei unseren Ausbildungen bei Simulation.Tirol strikt an die Guidelines der American Heart Association und sind als Trainingscenter auch AHA-zertifiziert.

Falls wir deiner Meinung nach bei den wichtigsten Eckpunkten etwas vergessen haben sollten, so freuen wir uns über eine Nachricht oder einen Kommentar von dir. Gemeinsam können wir mit Sicherheit viele solche Informationsartikel für Kolleginnen und Kollegen aller medizinischen Fachrichtungen bereitstellen.

Solltest du durch diesen Beitrag herausgefunden haben, dass du gerne deine notfallmedizinischen Fertigkeiten trainieren und auffrischen möchtest, so freuen wir uns über eine Kursteilnahme von dir. Perfekt als Notfallmedizinische Trainings sind unsere ACLS-Kurse geeignet.

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