Wir haben die elektronischen Daten aus unserem Simulator von 500 KursteilnehmerInnen (93% Ärzte und Ärztinnen) anonymisiert ausgewertet. Das Ergebnis: Die folgenden 5 guidelinekonformen Notfallmaßnahmen beherrschten tatsächlich nur 1 von 5 Mediziner.

#1: Herzdruckmassage: 4 von 5 drücken zu langsam

Eine gute Herzdruckmassage gehört zu den wichtigsten Maßnahmen in der Notfallmedizin, wenn sie richtig durchgeführt wird. Dadurch steigen die Überlebenschancen deines Patienten mit Herzkreislaufstillstand massiv. Das Problem dabei: Eine Herzdruckmassage unter 100 Mal pro Minute ist ineffektiv. Wir wollen ja nicht nur einen guten arteriellen Druck unter der Reanimation erreichen, sondern vor allem einen guten Cardiac Output erzielen. Das erhöht das Patienten Outcome maßgeblich.

Unsere Simulatormessungen des vergangenen Jahres zeigten eindeutig: 4 von 5 KollegInnen drückten zu Beginn unserer Simulationskurse viel zu langsam. Der Durchschnitt lag gerade mal bei 82 Mal pro Minute Kompressionsrate. Kurz zur Erinnerung: gefordert sind 100-120 Mal pro Minute.

Soviel zu den „Bad News“ – nun zu den guten Nachrichten: Das Ganze ist für uns alle in praxislastigen Ausbildungen erlernbar. 98 Prozent haben nach den Simulationen in unseren ALS-Kursen und Notarztrefresher-Kursen eine guidelinekonforme Herzdruckmassage zusammengebracht, was uns wirklich sehr freut.

#2: Adrenalin-Dosierung bei Kindernotfällen

Kindernotfälle setzen uns Ärzte immer besonders unter Druck. Auch in der Simulation sind bei Kinderszenarien unsere Teilnehmer angespannter als sonst. Das ist auch gut so, denn wir sind alle nur Menschen und Kindernotfälle sind selten und gefürchtet.

Ein Problem, das allerdings auftritt: Nur einer von fünf KursteilnehmerInnen konnte uns vor dem Kurs die korrekte Adrenalin-Dosierung bei der Reanimation für ein 6 Kilogramm schweres Kind auf Anhieb richtig nennen und vor allem auch richtig applizieren bzw. verdünnen.

In diesem Beispielsfall brauchst du 10 Mikrogramm Adrenalin pro Kilogramm Körpergewicht – also 60 Mikrogramm. Diese 60 Mikrogramm aus einer 1 Milligramm Ampulle aufziehen und richtig verdünnen, schafften nur 1 von 5 Medizinern. Das könnte im Ernstfall zu erheblichen Problemen im Reanimationsablauf führen.

In jedem PALS-Kurs trainieren wir das mit unseren Teilnehmer sehr intensiv. Das Ergebnis: Am Ende eines jeden Kurses schafften es mehr als 99 Prozent sogar unter immensem Zeitdruck, das Adrenalin richtig zu dosieren und zu applizieren. Unser Geheimnis: Wir haben eine ganz einfache Erklärungs- und Anwendungsmethode, die vergisst du in deinem Leben nie mehr wieder :).

#3: Korrekte Maskenbeatmung mit Esmarch-Handgriff

Eine gute und effektive Maskenbeatmung im Zuge einer Reanimation bekamen 4 von 5 Ärzten beim 1. Szenario nicht hin. Das Problem in der Ausbildung ist zweischneidig: Einerseits wird der Esmarch-Handgriff zu selten geübt, andererseits erlauben billige Übungspuppen eine „schlampige“ Maskenbeatmung. Das schafft falsche Sicherheit.

Unser High-Tech-Simulator ermöglichte es uns, die Effektivität der Maskenbeatmung unter gestellten Realbedingungen zu messen. In unserem Skills-Kurs kannst du jeden Handgriff so lange üben, bis selbst die kleinste Bewegung sitzt. Und an den Messergebnissen kannst du schlussendlich auch sehen, wie effektiv deine Beutel-Beatmung war.

#4: Leitlinienkonformes CREW Ressource Management (CRM)

Um im Notfall effizient zu arbeiten, ist gute Teamführung das Um und Auf. Deswegen legen ERC & AHA viel Wert auf die CRM-Leitlinien.

Leider ist es in der Realität immer noch so, dass jeder anfängt „dahinzuwursteln“ – Hauptsache es wird irgendetwas getan. Das ist für Laien die gesetzliche Bestimmung. Für uns Ärzte muss das aber als „Old-School-Standard“ aus den Köpfen heraus!

Guidelinekonforme Notfallmedizin behinhaltet ein CRM und das heißt: Der Teamleader schafft an, teilt sein Team effizient ein, überfordert keine Teammitglieder und führt das Team. Er oder sie greift dabei den Patienten nicht an, steht 1 Meter daneben und lenkt das Team. Wenn der Teamleader auf einmal beim Defi herumdrückt oder Herzdruckmassagen macht, dann wäre das fatal für den Ablauf. Er verliert dabei viel zu leicht den Überblick und vor allem die Zeit aus den Augen.

Die Auswertung unserer Daten mit mehr als 500 Ärzten zeigt: 80 Prozent haben die CRM-Guidelines noch nicht verinnerlicht. Das wollen wir ändern.

#5: Leitlinien bei tachykarden Herzrhythmusstörungen

Tachykarde Herzrhythmusstörungen treten nicht so selten auf. Sie sind bei Notärzten aber unbeliebt, da man dabei viel falsch machen kann.

Leider zeigt unsere Statistik, dass diese Notfälle zu Recht unbeliebt sind, denn nur 4 von 5 Notärzten kannten die Guidelines dazu auswendig und gaben daher oft falsche Medikamente und verabreichten die falsche Dosis Strom beim Kardiovertieren.

Beim Kardiovertieren lief anfangs oft wirklich viel schief, es wurde zum Beispiel sehr häufig auf die Sedierung vergessen. Da jeder Patient aber das Recht auf Schmerzfreiheit hat und die Kardioversion weh tut, müssen wir hier unsere PatientInnen gut und sicher sedieren können. Im ALS-Kurs, im EKG-Kurs und im Notarztrefresher-Kurs lernen wir am High-Tech-Simulator, wie man Herzrhythmusstörungen richtig erkennt, behandelt und guidelinekonform therapiert bzw. beim Kardiovertieren sicher sediert.

Fazit: Wir alle werden nur durch regelmäßige Trainings besser

Ganz ehrlich: Diese Statistik mag uns als Ärzte wirklich hart treffen. Es hat auch mich selbst verwundert, als wir die Zahlen aus unserem Simulator ausgewertet hatten. Wenn ich aber zurück denke, hatten auch wir Trainer während unserer Instruktoren Ausbildung viele der genannten Fehler begangen und haben zum Beispiel auch oft viel zu langsam bei einem Reanimations-Szenario gedrückt.

Nachdem ich aber den ersten Schock nach der Auswertung verdaut hatte, habe ich das Positive gesehen: Bei vielen Ärzten in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol (aus diesen Ländern kommen unsere Teilnehmer) liegen das Studium und praxisnahe Ausbildungen oft schon einige Jahre zurück. Die Tatsache, dass am Ende unserer praxislastigen Kurse 98% aller Teilnehmer die oben genannten Schwächen ausmerzen konnten, darf uns Trainer schon ein wenig stolz machen.

Dennoch: Ein sehr gutes notfallmedizinisches Grundgerüst war bei allen Kursteilnehmer immer vorhanden.

Tatsache ist: Wenn du zum Notfall kommst, bist du als Arzt voll gefordert. Auch wenn dein letzter Kindernotfall-Einsatz bereits Jahre zurück liegt, musst du jetzt trotzdem im Stande sein, sicher und richtig zu handeln.

Unsere Trainings am High-Tech-Simulator werden so realitätsnah wie möglich gestaltet. Das Gute ist: praktisch alle Teilnehmer gingen nach unseren Kursen mit dem Gefühl nach Hause, sehr gut auf kommende Notfälle vorbereitet worden zu sein. Das widerspiegeln auch unsere Evaluierungsergebnisse nach jedem Kurs. Die Teilnehmerberichte findest du hier!

Mein Tipp: Übung macht den Meister. Daher möchte ich dir hier unsere Kursübersicht für Ärzte ans Herz legen. Bei fast allen Kursen kannst du die oben genannten Punkte trainieren. Klicke dafür einfach auf den folgenden Link oder den roten Button unter diesem Text: https://simulationtirol.com/mediziner/

Ja, ich will mich besser auf Notfälle vorbereiten!

Foto: © pressmaster – fotolia.com

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