München, Graz, Berlin und weitere Städte waren 2015, 2016 und 2017 Schauplatz von Amokläufen oder Terroranschlägen. Hier erfährst du, wie du als Arzt oder Sani im Einsatz richig handelst.

München, Graz, Ansbach, Düsseldorf, Berlin, Hamburg, Döbeln, Dresden, Würzburg, Essen, Hannover  – diese österreichischen und deutschen Städte waren 2015, 2016 und 2017 Schauplatz von Amokläufen oder Terroranschlägen mit zig Verletzten und teilweise Toten. Als Arzt oder Sani riskierst du bei solchen Einsätzen dein Leben.

Dabei kannst du nicht einfach nach Schema F vorgehen! Du würdest dich und deine Patienten unnötig zusätzlich gefährden. Wir wollen hier einen Aufklärungsbeitrag für dich im Einsatz leisten.

Dein Stichwort im gefährlichen Einsatz: taktische Medizin

Taktische Medizin bezeichnet das Vorgehen bei der Versorgung von Verletzten bei polizeilichen oder militärischen Einsätzen.

Für dich als medizinische Rettungskraft heißt das: Immer wenn du wegen einer aggressiven Bedrohung zusammen mit Polizei oder Militär im Einsatz bist, kannst du als Arzt oder Sanitäter nicht wie bei einem Verkehrsunfall losstürmen und deinen „normalen Job“ machen. Du musst dich und deine Patienten schützen!

Als Einsatzleiter musst du dein Team mit kühlem Kopf führen und als ausführende Rettungskraft musst du richtig „funktionieren“.

Was musst du als Arzt oder Sani im Amok oder Terrorfall tun?

1. Gefahr erkennen

Das klingt einfacher als es ist. Aber es ist extrem wichtig, dass wir für die Anzeichen dieser speziellen Gefahrensituationen sensibilisiert werden. Denn oft sehen sie aus wie ganz normale Unfälle und entpuppen sich dann zu wahren Horrorszenarien.

Beispiel Berlin: Lkw rast in Weihnachtsmarkt – Unfall oder Terrorakt?

Am 19. Dezember rast ein Lkw in einen Weihnachtsmarkt in Berlin. Es gibt 9 Tote und Dutzende Verletzte. Die Rettungskräfte – darunter viele Sanitäter und Notärzte – rücken aus, um zu helfen und die Verletzten zu versorgen.

Zu dem Zeitpunkt, wenn der Alarm losgeht, ist längst noch unklar: Handelt es sich um einen Anschlag oder um einen normalen Unfall? Beides ist theoretisch möglich. Die „Weisheiten“ kommen dann erst Stunden, Tage oder gar Monate später in den Nachrichten.

Aus dem Nachhinein zu agieren ist immer leicht. Wir müssen aber in der Situation erkennen, was los ist. In Berlin war es zwar ein Terroranschlag, es gab aber zum Glück keinen Sprengstoff im Lkw, der danach gezündet wurde.

Bei einem ganz ähnlichen Vorfall im Nahen Osten war es anders. Dort wurde gewartet bis die Rettungskräfte zum vermeintlichen „Unfall“ ausrückten. Als die Notärzte und Sanitäter vor Ort waren, wurde dann der Sprengstoff gezündet.

Diese Situation führt uns gleich zum nächsten Schritt, den du als Arzt im Fall der Fälle setzen musst…

2. Erkennen, von welchem Gegenstand oder welcher Person die Gefahr ausgeht

Im Falle eines Autos, das in eine Menge rast, meinst du nach dem Lkw-Beispiel vielleicht gewarnt zu sein. „Das passiert Rettern, die von dem Vorfall im Nahen Osten gehört hatten, nicht“, so dachte ich auch.

Aber so einfach ist die Sache leider nicht. Nehmen wir dafür ein anderes Beispiel aus der österreichischen Landeshauptstadt Graz.

Beispiel Graz: 26-Jähriger rast bei Amokfahrt durch Innenstadt

Im Juni 2015 rast ein ein 26-Jähriger mit einem SUV durch die Innenstadt, tötet drei Personen und verletzt 36 weitere Passanten. Zu dem Zeitpunkt als du als Notarzt oder Sani dazugerufen wirst, weißt du noch nichts über den Hergang, über Motive etc.

Wenn du eintriffst, machst du dir aber über Schritt 1 Gedanken. Ist es eine außergewönliche Gefahrensituation? Deine Alarmglocken gehen los. Du weißt, du musst vorsichtig handeln.

Verletzte am Straßenrand: Sollst du sie sofort versorgen?

Du siehst Verletzte am Straßenrand. Du siehst den Verursacher weit und breit nicht mehr. Kannst du einfach loslaufen und die Verletzten versorgen?

Ganz klar: „Jein“. Das hängt nicht direkt davon ab, ob du die Bedrohung siehst. Was machst du, wenn du den Patienten versorgst und plötzlich stellt sich heraus, dass der Amokfahrer einmal im Kreis um den Häuserblock rast und nun wieder auf dich zukommt?

Dann wärst du unmittelbar in Gefahr! Solltest du nun verletzt oder gar getötet werden, kannst du niemandem mehr helfen.

Daher musst du dich an den Zonen orientieren, die von den polizeilichen und militärischen Einsatzkräften festgelegt werden: in unsicher, teilsicher und sicher. Diese Einsatzpartner können auch frühzeitig abschätzen, wenn eine scheinbar sichere Zone wieder unsicher wird.

Das heißt für dich als Notarzt oder Sani: Halte dich an Polizei und Militär und arbeite mit ihnen taktisch beim Vorrücken zu den Opfern zusammen. Geübte Kommunikation ist hier der Schlüssel!

3. Bringe deinen Patienten so schnell wie möglich außer Gefahr

Die Situation bei einem Amoklauf oder Terroranschlag ist nicht vergleichbar mit der Versorgung bei einem Unfall. Du musst dich und deinen Patienten so schnell wie möglich in Sicherheit bringen.

Daher tust du nur das Nötigste direkt vor Ort: Du stillst Blutungen, du sicherst die Atemwege und dann sorgst du dafür, dass ihr so schnell wie möglich in die sichere Zone gelangt. Dort ist dann Zeit für die Versorgung.

Woher stammt dieses Wissen? Wie kann man taktische Medizin trainieren?

Ganz ehrlich: Obwohl ich als mehr als 7 Jahre als Notarzt unterwegs war und obwohl ich Oberarzt an der Universitätsklinik Innsbruck war, taktische Medizin habe ich im Einsatz noch nie gebraucht und auch in meiner Ausbildung nie gelernt.

Wir von Simulation.Tirol sehen aber die Wichtigkeit dieses Themas und wollen auch hier im südlichen Teil des deutschsprachigen Raums ein Training darin bieten. Bisher gab es das nur im nördlichen Hamburg bei unserer befreundeten Akademie für Notfallmedizin.

Daher haben wir das Know-How der Profis aus Hamburg in den Süden nach Tirol geholt und hier eine Fortbildung mit Profis aus dem Bereich Polizei, Militär und taktischer Medizin geschaffen. Alle Trainer sind täglich im „scharfen Einsatz“. Die Ärzte (und es sind nicht nur Ärzte unter den Trainern) sind kein reines Krankenhaus oder Praxispersonal, sondern alle Sondereinsatz erprobt.

Dieses Handlungsanleitung haben wir auch zusammen mit Markus Neuberger, Mitglied der Tactical Rescue and Emergency Association, verfasst. Er war selbst 12 Jahre Soldat und Rettungsassistent bei der Bundeswehr. Heute bildet er hauptsächlich in der taktischen Medizin Ärzte und Sanitäter aus, ist aber noch immer Reservestabsoffizier.

Warum solltest du dieses Training unbedingt machen?

Diese Frage haben wir Markus gestellt und er hat uns eine klare Antwort gegeben: „Die schärfer werdende geopolitische Lage macht Terror immer wahrscheinlicher. Es ist nicht mehr die Frage, ob große Anschläge zu uns nach Mitteleuropa kommen, sondern nur noch wann.“

In unseren Gesprächen mit Ärzten, Sanitätern und Pflegekräften haben wir festgestellt: Viele fühlen sich nicht vorbereitet auf den Ernstfall, den Markus beschreibt. Es herrscht Unsicherheit.

Solltest auch du dich unsicher in dieser Hinsicht fühlen, dann wollen wir genau dich mit unserem Training für taktische Medizin hier in Tirol erreichen. Die Evaluierungsergebnisse des Kurses in Hamburg zeigen eindeutig: „Die Teilnehmer sind sich einig, dass sie durch die Trainingszenarios ihre Sinneswahrnehmung verbessert haben, auf gewisse Situationen vorbereitet fühlen und nun fitter in der Zusammenarbeit mit Militär oder Polizei sind.“

Du willst auch deine Fähigkeiten für den Ernstfall trainieren und auf Gefahrensituationen im Einsatz vorbereitet sein? Dann informiere dich hier über die Kurstermine und sichere dir deinen Platz: https://simulationtirol.com/mediziner/taktische-medizin/

Ja, ich will mich auf Gefahren im Einsatz vorbereiten!

Foto: © Nomad_Soul – fotolia.com

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