Diese Woche kam es an der Klinik Innsbruck zu einer Messerstecherei. Was bewegt einen Patienten, mit einem Messer bewaffnet eine Klinik aufzusuchen und dann auch noch einen anderen Patienten niederzustechen?

Es hätte jeden treffen können

De-Eskalationsschulungen der Mitarbeiter und die Anwesenheit eines Sicherheitsdienstes war es zu verdanken, dass nicht mehr passiert war: ein 23 jähriger Syrer sticht einem 19 jährigen Afghanen zweimal in den Rücken – und das nicht irgendwo auf offener Strasse, nein – das Ganze ereignete sich an der gut besuchten Unfallambulanz der Klinik Innsbruck mitten am Nachmittag. Siehe Zeitungsartikel!
In welcher Welt leben wir bitte? Muss man als behandelnder Arzt mittlerweile damit rechnen, dass Patienten während der Untersuchung eine Waffe bei sich tragen könnten?

Medizinisches Fachpersonal ist Angriffen hilflos ausgesetzt

Ein Wort ergibt das andere, Fäuste fliegen und dann wird schon aufeinander eingestochen. Wenn man sich vorstellt, dass sich das Ganze neben anderen Patienten und medizinischen Fachkräften abgespielt hat, kann man sich ausmalen, was alles hätte passieren können – wieviele unschuldige Personen verletzt werden hätten können. Wenn nicht mal mehr die Anwesenheit von Ärzten, Pflege und Sicherheitskräften Mitbürger davon abhält, aufeinander mit Waffen loszugehen, müssen wir uns fragen, wie wir in Zukunft solche Gefahren auf ein Minimum reduzieren können.

Sicherheitskontrollen wie am Flughafen

Unserer Meinung nach ist es an der Zeit, dass wir für Patienten Sicherheitskontrollen wie an jedem Flughafen üblich einführen müssen. Um Metalldetektoren wird man schlussendlich nicht herumkommen, möchte man die Sicherheit für Patienten und Personal gewährleisten. Weiters sei anzumerken, dass Sicherheitsdienste in Österreich in keinster Weise befugt sind, Waffen zu tragen oder Waffen zu nutzen. Selbst der erfahrenste Sicherheitsbeauftragte ist einer Waffe hilflos ausgeliefert. Was soll ein Sicherheitsbeauftragter großartig bewegen, wenn er oder sie mit den selben Rechten wie jeder andere Bürger ausgestattet wurde: nämlich nur mit Notwehr und Nothilfe?

Polizisten an Kliniken als Konsequenz

Man wird in den kommenden Monaten darüber nachdenken müssen, ob Polizisten an Kliniken positioniert werden sollten. Polizisten dürfen Waffen tragen und diese auch benutzen. Von wem würdest du heute deine eigenen Kinder lieber beschützen lassen? Von einem bewaffneten Polizisten oder von einem Sicherheitsbeauftragten, der nicht mal eine Waffe bei sich tragen darf? Es ist nicht die Frage, ob diese Messerstecherei die letzte an einer Klinik war, sondern vielmehr, wann es zur nächsten Messerstecherei kommt.

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Rettungssanitäter und Notärzte leben gefährlich

Als Notarzt kenne ich viele Geschichten, wo KollegInnen während ihrer Einsätze körperlich angegriffen wurden und auch teilweise schwer verletzt wurden. Eine Kollegin zum Beispiel erlitt während ihres Einsatzes in Innsbruck eine Carotis-Dissektion (einen Halsschlagader-Einriss) nach Fausstschlag auf den Hals. Wen wundert es da noch, dass es immer schwerer wird, Notärzte und Rettungssanitäter zu finden, die tagtäglich ihr Leben riskieren sollten – für 12 Euro netto und weniger die Stunde?

Wie schützt man medizinisches Personal?

Dass die Zeiten rauher werden, ist tragische Gewissheit. Doch wie kann man Notärzte und Rettungssanitäter vernünftig vor Angreifern auf der offenen Strasse beim Einsatz schützen? Solltest Du die ein oder andere Idee haben, dann sei doch so hilfsbereit und kommentiere diesen Beitrag mit Deinen Ideen. Wir leiten die besten Ideen an die zuständigen Behörden gerne weiter!

Foto (c) – javitrapero, istockphoto.com

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