Wenn dir als Notarzt oder Sanitäter etwas passiert, kannst du niemandem mehr helfen. In diesem Beitrag erfährst du, worauf du immer achten musst. Zu deinem Wohl und zum Wohl deines Patienten.

Punkt 1: Nicht ohne, sondern trotz Respekt für deinen Patienten

Du selber bist bei einem Rettungseinsatz am wichtigsten. Das kann man gar nicht oft genug betonen. Das musst du verinnerlichen!

Das hat übrigens nichts mit mangelndem Respekt vor dem Leben deines Patienten zu tun. Darum geht es nicht. Es geht einzig und allein um die Tatsache: Wenn dir als Notarzt oder Sanitäter etwas zustößt, dann kann euch beiden niemand mehr helfen.

Punkt 2: Sicherheit zählt nicht nur auf der Straße

Wird das Notarztteam zum Unfall mit Schwerverletzten auf der Autobahn gerufen, denken der Teamleiter und alle Rettungskräfte sofort an den Verkehr als Gefahr für die eigene Sicherheit.

ABER: Damit ist es noch nicht getan!

Während das Team von der Polizei den Unfallort vor dem Verkehr absichern lässt, denkt man beim verunglückten Hundebesitzer nicht mehr an den Vierbeiner auf der Rückbank. Schlägst du jetzt die Scheibe ein, um den Verunfallten zu retten, kann das nach hinten losgehen.

Der Hund auf der Rückseite kann die Situation nicht einschätzen. Er verbucht dein Eindringen nicht als Hilfe, sondern als Attacke. Sofort schnappt er zu.

Solche Situationen passieren. Sie passieren täglich! Daher gilt es, beim Selbstschutz nicht nur das Offensichtliche zu beachten. Du musst immer auf dich Acht geben.

Für unser Beispiel gilt: Erst nachdem die Polizei sich um den Hund gekümmert hat, kannst du dich um den Patienten kümmern.

Punkt 3: Beachte das Ungewöhnliche

Dieser Punkt klingt vielleicht seltsam, aber erst in diesem Sommer hätten so 2 Todesopfer verhindert werden können. In einem Schwimmbad in der Türkei starben Ersthelfer, weil sie diesen Punkt nicht beachtet hatten.

Was war passiert?

Drei Schwimmer gingen zeitgleich in einem Becken unter. Zwei unerfahrene Ersthelfern, der Manager eines Wasserparks und sein Sohn, sprangen sofort hinein, um den beiden zu helfen. Alle fünf Personen starben.

Warum starben Sie? Das Wasser stand unter Strom. Erst als die Stromversorgung gekappt wurde, konnten die Rettungskräfte die Verunglückten aus dem Wasser bergen. Leider konnten sie nichts mehr für die Verunglückten tun.

Bei dir als Notarzt oder Sanitäter sollten sofort die Alarmglocken in deinem Kopf läuten, wenn dir so etwas Ungewöhnliches auffällt. Geht ein Schwimmer unter, hüpfe ich auch sofort hinein, um ihn zu retten. Dass jedoch drei Schwimmer gleichzeitig unter gehen, ist höchst ungewöhnlich.

Wären die beiden Ersthelfer keine Laien gewesen, sondern gut ausgebildete Profis, die die Selbstschutzregel beachten, dann hätte diese Tragödie zwei Todesopfer weniger gefordert.

Medienberichte über diesen Vorfall kannst du beispielsweise hier nachlesen:

Punkt 4: Überschätze dich nicht

Wir Menschen neigen dazu, uns selbst zu überschätzen. Vor allem, wenn wir bestimmte Situationen schon oft gemeistert haben. Bist du zu Beispiel erfahrener Sanitäter oder Notarzt, so hast du vielleicht schon viele Unfälle auf der Autobahn gesehen.

Aber bitte beachte: Nur weil du es schon oft erlebt hast, wird das Risiko von einem Auto erfasst zu werden nicht geringer. Im Gegenteil: Diese Routine kann hilfreich oder sehr gefährlich sein. Psychologen haben dazu bereits eine Studie veröffentlicht: https://www.welt.de/welt_print/vermischtes/article5878389/Routine-kann-hilfreich-aber-auch-sehr-gefaehrlich-sein.html

Zitat aus dem verlinkten Artikel: Der Mensch müsse […] unterscheiden lernen zwischen „Situationen, in denen Routine hilfreich ist und Situationen, in denen sie gefährlich ist“, so Hiltraut Paridon (Anm., Studienautorin).

Der Rettungseinsatz auf einer Autobahn ist bestimmt keine Situation, wo Routine den Selbstschutz ersetzen kann. Daher achte bitte immer darauf, jede Situation für sich neu einzuschätzen und gehe keine Risiken ein.

Denn es gilt noch immer: Wenn dir als Notarzt oder Sanitäter etwas passiert, kannst du niemandem mehr helfen.

Fazit: Lerne, verinnerliche und trainiere

Das Thema Selbstschutz ist extrem wichtig in der Notfallmedizin. Wenn du als Notarzt oder Sanitäter im Einsatz bist, musst du auf die Routine-Falle achten.

Wenn du als Ersthelfer bei einem Notfall bist, bist du vermutlich nicht so routiniert wie ein Profi. Dann musst du dein Know-how anwenden können.

Für unseren Mitbegründer und Anästhesie-Dozenten Günter Luckner ist der Selbstschutz sogar so wichtig, dass er bei universitären Prüfungen Studierende durchfallen lässt, wenn sie daran nicht denken. Kein Wunder – passiert das einmal zu oft, kann bei diesem Einsatz vielleicht niemand mehr gerettet werden.

Bei unserem Kursen am High-Tech-Simulator sind lebensechte Trainingsbedingungen extrem wichtig.

Da wir dich in den Schulungen wirklich auf die Realsituation vorbereiten wollen, kann unser Simulator nicht nur Patientenverhalten simulieren, sondern wir können auch die Umwelt simulieren: Discolärm und Beleuchtung, Straßenlärm, extreme Störfaktoren – der Fantasie sind praktisch keine Grenzen gesetzt.

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Ja, ich möchte meine Notfall-Skills mit lebensnahen Trainings verbessern!

Foto: © Andrey Popov – Fotolia.com

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