Wenn du bei Routinehandgriffen wie dem Venen-Punktieren daneben stichst, verlieren Patienten schnell das Vertrauen in deine Fähigkeiten. Egal wie gut du sonst bist, dein Vertrauensvorschuss als Arzt ist dahin, wenn du die Vene nicht triffst.

Wie du (fast) jede Vene sehr gut zum Vorschein bringst und somit leicht einen Venflon legen kannst, erfährst du in diesem Beitrag:

In nur 3 Schritten zur richtigen Vene:

Schritt 1: Vertrauensaufbau als Trick für geduldigere Patienten

Nichts ist nerviger für einen Arzt als ein Patient, der es eilig hat. Dem kannst du ganz leicht entgegenwirken, indem du ihn aufklärst: „Nur mit gründlicher Begutachtung finde ich die geeignete Stelle für Sie. Sonst stört Sie der Venflon vielleicht später beim Schreiben und Zähne putzen.“

So gewinnst du das Vertrauen deines Gegenübers und er gibt dir genügend Zeit, um einen ersten Blick auf leicht sichtbare Venen zu werfen.

Generell gilt: Unterarm, Handrücken und Ellenbogen eignen sich am besten, um einen Venflon zu legen. Da das Wohlergehen des Patienten Priorität hat, muss auch auf dessen Komfort geachtet werden.

Unser Tipp für mehr Vertrauen: Venen im Gelenksbereich und an der dominanten Hand (=Schreibhand) vermeiden!

Schritt 2: Vermeide den häufigsten Fehler – falsche Stauung

Hier werden die häufigsten Fehler gemacht! Worauf es ankommt, ist die richtige Venen-Stauung: Dabei reicht schon eine lockeres zuschnüren des Arms aus, um das Blut in den Venen zu stauen. Denn nur wenn die Arterien nicht abgedrückt werden, ist eine Füllung der Venen überhaupt möglich. Du solltest also bei angelegtem Venen-Stau die Arteria Radialis noch gut tasten können.

Bei Verwendung eines Stauschlauches gilt: Das Band sollte auf keinen Fall in die Haut einschneiden! Die beste Stauung erhältst du, wenn dein kleiner Finger noch leicht darunter Platz findet.

Falls du eine Blutdruckmanschette zur Hand hast: Die Werte für den idealen Stauungs-Druck liegen zwischen 50-100 mmHg!

Häufigster Irrglaube: Mehr Druck = mehr sichtbarere Vene. Richtig: Wenig bzw. idealer Druck erzeugt die besten sichtbaren Venen.

Schritt 3: Alkohol bringt nicht nur die Wahrheit, sondern auch Venen hervor

Alkohol kann wahre Wunder bei der Sichtbarkeit der Vene bewirken! Durch Alkoholtupfer werden die Gefäße geweitet und lassen die Vene besser hervortreten. Am besten reibst du die gewählte Stelle kurz und vorsichtig mit dem Tupfer ab.

Profi-Trick: Solltest du die Vene bereits sehen, tippe mehrmals leicht mit einem Finger darauf. Dadurch werden die Mediatoren innerhalb der Gefäßwand freigesetzt und öffnen diese noch deutlicher. Aber wie gesagt reicht ein leichtes Tippen mit deinen Fingern aus, ein kräftiges Schlagen z.B. auf den Handrücken deines Patienten bringt nichts, außer dass dein Patient unnötig Schmerzen hat.

Dennoch keine Vene in Sicht? Probiere diese Geheimtipps!

Aufgrund der Krankengeschichte des Patienten (wie z.B. bei einer Chemo-Therapie) kann es vorkommen, dass diese Tipps trotz allem keine Wirkung zeigen.

Die goldene Regel in diesem Fall ist: Nicht die Nerven verlieren!

Hier findest du 2 Möglichkeiten, den Venflon nichtsdestotrotz sicher legen zu können:

Unser Geheimtipp #1: Omas Wickel-Trick: Den ganzen Arm des Patienten in ein warmes Tuch wickeln. Schon nach 10 Minuten sollten sich in der Regel die meisten Venen zeigen.

Unser Geheimtipp #2: Falls du immer noch keine geeignete Vene finden kannst, versuch’s mal mit der Vena Saphena. Sie befindet sich auf der Innenseite des Fußknöchels und ist ideal für das Legen eines Venflon und bei den meisten Patienten fingerdick. Daher musst du den Unterschenkel mindestens 2 Minuten gut stauen, damit sich die Vena saphena magna auch füllen kann.

Die Tipps findest du gut, du willst aber üben?

Wie du in diesem Beitrag gesehen hast, gibt es einige Tricks für das Legen von Venflons. Vor allem am Anfang deiner Arztkarriere können sie dir das Leben erleichtern. Wichtig ist dabei, Ruhe zu bewahren und der Theorie zu vertrauen.

Jedem Mediziner kann das Legen des Venflon manchmal Probleme bereiten. Ein Fehlversuch genügt, um das Vertrauen des Patienten in deine medizinischen Kompetenzen zu verlieren. Davon sollte man sich nicht verunsichern lassen, sondern stattdessen das schnelle und professionelle Handeln regelmäßig üben.

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Ja, ich will das Venflon-Legen perfektionieren!