In diesem Beitrag erklären wir dir schnell und einfach, wie du einen halbautomatischen Defibrillator richtig einsetzt. Zudem starten wir mit einem Rätsel, damit wir dir die Wirksamkeit eines solchen Defis in der Notfallmedizin vor Augen führen…

Wie versprochen: Zuerst ein notfallmedizinisches Rätsel…

Weißt du, wie hoch deine Überlebenschancen bei einem Herzinfarkt auf der Wall Street in New York sind?

Weißt du wie hoch deine Überlebenschancen bei uns in Mitteleuropa wären?

Weißt du, wie hoch deine Überlebenschancen dagegen in Seattle sind?

Wenn du es weißt, dann kennst du bestimmt auch den Grund dafür. Solltest du es aber noch nicht wissen, dann empfehle ich dir, erst die Anleitung für den Defibrillator und danach die Auflösung des Rätsels ganz unten zu lesen.

Was ist ein halbautomatischer Defibrillator?

Der halbautomatische Defibrillator ist der perfekte Helfer in der medizinischen Notfallversorgung bei Herzversagen. Er erledigt die gesamte Denkarbeit für Laien, aber auch für Mediziner, die keine notfallmedizinischen Spezialisten sind.

So ein halbautomatischer Defi ist leicht zu bedienen. Er hat nämlich nur 2 Knöpfe: Einen Einschaltknopf und eine Schocktaste.

Wann verwendest du den Defi?

Je früher du den Defi bei der Reanimation einsetzt, desto besser. Mit der Reanimation beginnst du sofort, wenn du glaubst, dass dein Patient nicht mehr atmet. Dann startest du mit einer Herzdruckmassage.

Wie du die perfekte Herzdruckmassage durchführst kannst du im Beitrag „Diese 4 Eckpunkte machen eine gute Herzdruckmassage aus“ nachlesen.

Schritt 1: Pads aufkleben

Doch zurück zum Defi: Unter laufender Reanimation (= möglichst ohne die Herzdruckmassage zu unterbrechen) werden die Pads des Defis auf die nackte Haut des Patienten geklebt.

Du bringst sie durch die gedachte Herzachse an der Brust an. Eines rechts am Schlüsselbein, eines links unten am Brustkorb. Ausnahme: Bei Kleinkindern und Patienten mit Herzschrittmachern wird ein Pad vorne und ein Pad am Rücken angebracht.

Schritt 2: Kabel anstecken & Anweisungen des Defis beachten

Nun steckst du die Kabeln, die an den Pads angebracht sind, an den Defibrillator an. Danach sagt der Defibrillator laut und deutlich: „Patient nicht berühren“. Jetzt sollten du und die anderen Helfer die Hände vom Patienten nehmen.

Der Defi analysiert daraufhin, ob er dem Patienten einen Schock verpassen soll oder nicht. Das macht das Gerät, indem es ein EKG des Verletzten anfertigt und es mit 200.000 gespeicherten EKGs in seiner Datenbank vergleicht.

Das Bild, welchem das dem aktuellen EKG am stärksten ähnelt, bildet die von Kardiologen vorgefertigte Handlungsanleitung für den Defibrillator.

Schritt 3: Der Defi hat 2 Möglichkeiten

Möglichkeit 1: Der Defi verpasst dem Patienten keinen Schock

Dies ist dann der Fall, wenn ein Elektroschock dem Patienten nicht helfen, sondern schaden würde. Bei einer solchen elektrischen Ladung sterben nämlich jedes Mal Herzmuskelzellen ab. Der Schock wäre zum Beispiel für einen wachen Patienten extrem schmerzhaft und unangenehm. Der Defi merkt dies und gibt daher keinen Schock ab.

Möglichkeit 2: Der Defi verabreicht dem Patienten einen Stromstoß

In diesem Fall zeigt der Defi in der Regel die Meldung „Schock empfohlen“ an und tut dies mit der lautstarken Anweisung an die Helfer, dass diese vom Patienten zurücktreten sollen.

Sobald der Defibrillator schockbereit ist, blinkt die Schocktaste in knalliger Farbe. Bitte achte darauf, diesen Auslöser wirklich erst dann zu drücken, wenn niemand mehr den Patienten berührt.

Schritt 4: Weitermachen, weitermachen, weitermachen

Nachdem der Patient vom Defibrillator geschockt wurde, musst du die Herzmassage so schnell wie möglich wieder aufnehmen und die ganze Prozedur beginnt wieder von vorne.

Du machst das so lange, bis der Patient entweder wieder zu atmen beginnt oder der Notfallmediziner eintrifft…

Zurück zum Rätsel…

Die Überlebenswahrscheinlichkeit wenn du bei den reichsten Menschen der Welt auf der Wall Street mit einem Herzinfarkt umfällst, liegt bei ungefähr 7 Prozent. Ungefähr gleich hoch ist sie auch bei uns in Mitteleuropa.

Nur in Seattle ist die Überlebenswahrscheinlichkeit mit 62 Prozent massiv höher! Das liegt daran, dass in der nordamerikanischen Stadt unter fast jedem Mülleimer einen halbautomatischer Defibrillator angebracht hat und jeder Einwohner ab dem 12. Lebensjahr eine Erste-Hilfe-Schulung inkl. Defi Schulung besuchen muss.

Was würde das für uns in Sachen Sicherheit bedeuten? Herz-Kreislaufstillstand ist immerhin die häufigste Todesursache – auch bei uns in Österreich, Deutschland und der Schweiz…

Wie kannst du dich vorbereiten?

Vorbereitung auf medizinische Notfälle ist für verantwortungsvolle Ärzte und medizinische Fachkräfte ein Muss. Wir hoffen, dich mit dieser kurzen Defibrillator-Einschulung etwas besser auf den Fall der Fälle vorbereitet zu haben.

Solltest du den Einsatz des Defis gerne einmal in der Praxis durchführen wollen, so haben wir für dich ein breites notfallmedizinisches Kursangebot erstellt. Unser ACLS-Kurs (Advanced Cardiac Life Support) ist ideal für Ärzte und medizinische Fachkräfte, um sich für solche medizinischen Notfälle abseits der eigenen Disziplin zu schulen.

Hier klicken und mit dem ACLS-Kurs für medizinische Notfälle rüsten!

Foto: © chalabala – fotolia.com

Lust auf perfekte Inhalte?

Wenn du uns eine kleine Chance auf Tracking lässt, dann können wir dir die besten Inhalte für dein Interesse an der Notfallmedizin & unseren Kursen servieren. Dafür bitten wir dich, die Cookies zu akzeptieren. Mehr erfahren.

Du musst eine Option wählen, um weiter surfen zu können.

Deine Einstellung wurde gespeichert!

Mehr erfahren

Mehr Information zum Datenschutz

Wir respektieren deine Privatsphäre. Deshalb haben wir die Möglichkeiten geschaffen, dass du die Datenerfassung auf dieser Website auf ein MInimum reduzierst. Tracking-Cookies kannst du sogar komplett ausschaflten.
ABER ACHTUNG: Wenn du uns nicht die Möglichkeit für diese Cookies gibst, können wir dir nicht den perfekten Service bieten. Wir können dich nicht perfekt auf neue Inhalte über verschiedene Kanäle aufmerksam machen und du bekommst unsere Aktionen nicht mit. Wenn du uns die Chance auf Tracking-Cookies lässt, dann gibt es im Internet weniger unnötige Werbung und mehr nützliche Informationen für dich. Daher musst du dich für eine dieser Optionen entscheiden. Hier erfährst du, was Sie bedeuten.

  • Ich akzeptiere alle Cookies:
    Damit erlaubst du uns den Einsatz aller Cookies. Darunter sind z.B.: Google- und Facebook-Tracking-Cookies.
  • Keine Tracking-Cookies zulassen:
    Nur notwendige Datenerfassung für den Betrieb dieser Webseite.

Du kannst deine Einstellungen jederzeit wieder ändern: Datenschutzerklärung. Impressum

Zurück