Nervös, zweifelnd, hoffend – das ist vermutlich deine Gefühlswelt, wenn du deinem ersten Einsatz als Notarzt entgegenblickst. Woher ich das weiß? Mir erging es nicht anders. Ganz wichtig in diesem Zusammenhang: Du kannst dich auf den ersten Einsatz sehr gut vorbereiten! In diesem Beitrag zeige ich dir wie…

Wieso du deine Nervosität und Zweifel ablegen solltest

Stell dir vor, du bist ohnehin nervös. Und dann fährst du gerade in deiner ersten Nacht zu einem Einsatz mit einem lebensbedrohlich verletzen Kind.  Aufgrund der Verletzungen musst du es in Narkose versetzen.

Die Eltern setzen dich gewaltig unter Druck. Du selbst setzt dich unter Druck. Und die Sanitäter deines Teams warten auf deine Anweisungen.

Genau davor hattest du Angst, denn du hast noch nie Kinder in dieser Situation behandelt und hattest eigentlich gehofft, diese Situation vorerst nicht zu haben.

Das ist genau das Schlechteste, was dir passieren kann. Du kannst aber genau dieser Nervosität, genau diesen Zweifeln entgegenwirken. Die Hoffnung brauchst du dann nicht mehr, weil du weißt: Du bist gut vorbereitet.

Falls du daher am Anfang deiner Notarzt-Karriere stehst: Mach es schlau und bereite dich mit diesen Tipps vor!

#1: Mache 2-3 Tage in der Anästhesie beim nächsten Krankenhaus mit

Das ist nicht nur etwas für Anästhesisten. Im Gegenteil: Gerade wenn du kein Anästhesist bist und aus einer anderen Fachrichtung deine Notarztausbildung gemacht hast, ist dieser Tipp sprichwörtliches Gold wert.

Frage beim nächsten Krankenhaus einfach an, ob du 2-3 Tage auf der Anästhesie mitgehen kannst. Dort siehst du vermutlich 6 Atemweg-Sicherungen (Intubationen, Larynx-Maske legen etc.) und Narkose Ein- bzw. Ausleitungen am Tag. Andere Fachrichtungen haben in der Regel nur wenige solcher Notfall-Behandlungen in 10 Jahren.

#2: Bereite dich auf Medikamente & Guidelines vor

Was für Medikamente brauchst du? Wie ziehst du diese auf? Spritzt du sie schnell oder langsam? All das sind Fragen, über die du im Einsatz nicht mehr nachdenken solltest.

Lege dir daher vorher sorgfältig die Medikamente zurecht. Und schlage am besten nochmals exakt die Dosierungen und Verabreichungsmethoden in den Lehrbüchern nach. Sprich zudem am besten mit erfahrenen Kollegen, welche die wichtigsten Medikamente sind.

Bei den Guidelines solltest du dir ebenfalls die häufigsten Notfälle nochmals ansehen. Ganz wichtig sind Herzinfarkt-Guidelines, Verbrennungen, Schlaganfall und Rhythmusstörungen. Bitte vergiss nicht, dass sich erst im Sommer beim Thema Herzinfarkt etwas geändert hat. Hierzu haben wir dir hier einen Artikel verfasst: Neue Leitlinien bei STEMI Infarkt

Wenn du Lust hast, könntest du auch einen ACLS-Kurs bei uns machen. Dort kannst du genau diese Fragen in lebensechten Notfällen am Hightech-Simulator trainieren: Zu den ACLS-Kursen

Es ist vor allem wichtig, dass du dir dazu einfach Gedanken machst!

#3: Bereite dich auch auf Kinder vor

Das ist wirklich elementar wichtig. Du darfst nicht denken: „Hoffentlich kommt in der ersten Nacht kein Kind!“ Das gleicht Lotto-Spielen mit dem schlimmstmöglichen Einsatz! Das wäre viel zu naiv.

Bereite dich lieber auf die wichtigsten Kindernotfälle vor: Es hat etwas verschluckt und droht zu ersticken; es drohte zu ertrinken und ist nun bewusstlos; es hat starke Schmerzen, weil es irgendwo heruntergefallen ist.

Die Eltern sind in riesen Sorge und werden den Druck noch erhöhen. Das ist nur natürlich. Du darfst dann nicht auftauchen, wenn das Kind bei einem Bruch wie am Spieß schreit und eine kleine Schmerztablette verabreichen. Das ist zu wenig. Jeder Patient hat ein Recht auf Schmerzfreiheit.

Und die Eltern haben riesen Erwartungen an dich. Die kleine Tablette lässt das Kind nicht weniger schreien! Die Sorge in den Eltern wächst, ob du dieser Situation gewachsen bist…

Daher mache dir wirklich Gedanken über die Behandlung von Kindern und lass dich bitte nicht auf das Spiel mit der Hoffnung ein. Auch wenn es in der ersten Schicht gut geht, was passiert in deiner zweiten?

Wälze daher nochmals die Bücher mit den Medikament-Dosierungen für Kinder und versuche dich so gut wie möglich vorzubereiten.

Auch an dieser Stelle will ich natürlich etwas Werbung für unser Kurs-Angebot machen, denn im PALS-Kurs üben wir genau solche Situationen, falls du dich mit den Büchern noch nicht fit fühlst, ist das wirklich zu empfehlen: Zum PALS-Kurs.

#4: Fahre mit erfahrenen Kollegen mit

Das ist wirklich einer der Top-Vorbereitungspunkte. Frage bei Notarztstützpunkten des Samariterbund oder des Roten Kreuz (oder einer anderen Organisation) nach, ob du Einsätze als angehender Notarzt begleiten darfst. Krankenhäuser bieten sogar manchmal die Möglichkeit, dass man beim hauseigenen Notarztstützpunkt vor seinem ersten Einsatz als Begleiter mitfährt.

So lernst du, wie die Notfälle in den Häusern, die du anfährst gemanaged werden. Du weißt, wo du hin musst und du weißt, wie das Personal vor Ort am besten vorbereitet wird. Im Einsatz ist nämlich der schlechteste Zeitpunkt sich darüber zum ersten Mal Gedanken zu machen.

Fazit: Vorbereitung erleichtert dir den ersten Einsatz

Ich hoffe, ich konnte dir damit wirklich weiterhelfen. Ich kann mich noch gut an meine Anfangszeit als Notarzt erinnern. Mir haben genau diese Tipps geholfen und ich hoffe, dass sie auch dich weiterbringen.

Wenn du dich mit einem unserer Trainings am High-Tech-Simulator vorbereiten willst, freut mich das sehr. Wir sind nämlich von diesen Trainings absolut überzeugt! Sieh dir am besten hier unser Trainingsangebot für Ärzte an: https://simulationtirol.com/mediziner/

Ja, ich will mich vorbereiten und interessiere mich für Kurse

Foto: (c) Elnur – fotolia.com

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